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Essverhalten & Selbstregulation

Einordnung

Essverhalten entsteht nicht primär aus Willenskraft, sondern aus einem Zusammenspiel physiologischer Signale, emotionaler Zustände, Routinen, sozialer Normen und kognitiver Prozesse. Selbstregulation bedeutet, diese Faktoren bewusst wahrzunehmen und zu reflektieren — nicht zu therapieren.

Zentrale Mechanismen

1. Physiologische Appetitregulation

  • Ghrelin signalisiert Hunger
  • Leptin signalisiert Sättigung
  • Insulin moduliert Energieverfügbarkeit
  • Cortisol beeinflusst Belohnungswert von Nahrung
  • Dopamin vermittelt Motivation zu essen

Diese Signale wirken zusammen, nicht isoliert.

2. Emotionen und Essverhalten

Emotionale Aktivierung verändert:

  • Essgeschwindigkeit
  • Impulsivität
  • Auswahl energiedichter Lebensmittel
  • Wahrnehmung von Hunger vs. Anspannung

Stress fördert kurzfristige Belohnungsorientierung und erschwert nüchterne Bewertung.

3. Kognitive Prozesse

  • Aufmerksamkeit
  • Erwartungen
  • Interpretation von Körpersignalen
  • Gewohnheiten
    beeinflussen Essentscheidungen massiv.

4. Rolle von Routinen

Regelmäßigkeit

  • stabilisiert Blutzucker
  • reduziert Stressvarianz
  • verbessert Sättigungswahrnehmung

Routinen sind einer der stärksten prädiktiven Faktoren für stabileres Essverhalten.