Einordnung
Körperliche Erregung (Arousal) ist ein zentrales Element leistungsbezogener Stressphysiologie. Sie umfasst Herzfrequenz, Muskeltonus, hormonelle Aktivierung, Atemrhythmus und vegetative Dynamik. Die Effekte dieser Aktivierung auf Leistung sind nicht linear: Sowohl Unter- als auch Übererregung beeinträchtigen Performance. Entscheidend ist die Qualität der Regulation, nicht das Vermeiden von Erregung.
Zentrale Mechanismen
1. Herzfrequenz und Leistungsfenster
Herzfrequenzbereiche korrelieren mit Leistungsmodi:
- niedrige HF: geringere Wachheit, weniger Fokus
- mittlere HF: optimale Balance aus Energie, Aufmerksamkeit, Präzision
- hohe HF: motorische Übersteuerung, Verlust feinmotorischer Kontrolle
2. Muskeltonus und Bewegungsqualität
Moderater Tonus → bereit für Reaktion und Kraft.
Zu hoher Tonus → unpräzise Bewegungen, schlechteres Timing, ineffiziente Technik.
3. Atemfrequenz und Wahrnehmung
Hohe Atemfrequenz intensiviert körperliche Empfindungen.
Sehr hohe Atemfrequenz verzerrt Wahrnehmung von Anstrengung und Körperkontrolle.
4. Hormonelle Aktivierung
- Adrenalin → Energie, Fokus
- Noradrenalin → Reaktionsgeschwindigkeit
- Cortisol → mittelfristige Aktivierungsstabilität
Zu viel Aktivierung führt jedoch zu Reizüberflutung und Fokuseinengung.
Relevante Wirkzusammenhänge
- Präzisionssportarten reagieren hochsensibel auf Aktivierungsniveaus.
- Ausdauersport profitiert von moderater Erregung, bricht aber bei Übererregung kognitiv ein.
- Teamsportarten benötigen flexible Aktivierungsregulation für schnelle Entscheidungswechsel.
Kontext im Sport und Alltag
Relevant für:
- Fokusroutinen
- Vorbereitung auf Wettkämpfe
- Umgang mit Nervosität
- technische Stabilität unter Druck

