Emotionen beeinflussen Körperzustände unmittelbar. Angst, Unsicherheit oder Belastung aktivieren Sympathikus, erhöhen Herzfrequenz und Atemfrequenz und verstärken Muskeltonus. Diese Prozesse wirken wiederum auf die Wahrnehmung körperlicher Signale: Verspannte Muskulatur sendet stärkere sensorische Reize ans Nervensystem, erhöhte Atemaktivität und Herzfrequenz steigern das Gefühl innerer Unruhe. Stressbedingte emotionale Aktivierung kann dadurch Schmerzen verstärken und sensibler machen für bereits vorhandene Signale. Gleichzeitig reduzieren entspanntere emotionale Zustände parasympathische Aktivität, was Muskelspannung und sensorische Intensität senkt. Schmerz und Emotionen sind damit eng verschränkte, bidirektionale Prozesse – ein zentraler Grundsatz des biopsychosozialen Modells.

