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Glaubenssätze

Glaubenssätze sind relativ stabile, generalisierte Annahmen über die eigene Person, andere Menschen und die Welt, die als kognitive Orientierungsrahmen wirken. In der Kognitions- und Persönlichkeitspsychologie werden sie als verdichtete Ergebnisformen von Lernerfahrungen, sozialer Prägung und wiederholten Bewertungen verstanden. Glaubenssätze strukturieren Wahrnehmung und Interpretation von Ereignissen, beeinflussen Emotionen und steuern Verhalten—oft automatisch und ohne bewusste Reflexion.

Kognitiv fungieren Glaubenssätze als Filter: Sie bestimmen, welche Informationen als relevant, glaubwürdig oder bedrohlich gelten. Neurokognitiv sind sie in verteilten Netzwerken repräsentiert, die Gedächtnis, Bewertung und Emotionsverarbeitung integrieren; unter Stress gewinnen automatisierte Bewertungsroutinen an Gewicht, während flexible Neubewertung erschwert ist. Dadurch können rigide Glaubenssätze (z. B. „Ich darf keine Fehler machen“) Stressreaktivität, Aufmerksamkeitsverengung und perseveratives Denken verstärken—funktional erklärbar, nicht pathologisch.

Psychologisch lassen sich Glaubenssätze u. a. unterscheiden nach:

  • Inhalt (Selbst-, Leistungs-, Beziehungs-, Kontrollannahmen),
  • Funktion (Schutz, Orientierung, Motivation, Vermeidung),
  • Flexibilität (kontextsensibel vs. absolut),
  • Bewusstheitsgrad (implizit vs. explizit).

Wichtig ist die funktionale Perspektive: Glaubenssätze entstehen, um Vorhersagbarkeit und Sicherheit zu erhöhen. Sie sind veränderbar, allerdings primär über Erfahrung, Kontext und differenzierte Bewertung—nicht durch bloßes positives Denken. Im Coaching werden Glaubenssätze nicht diagnostisch bearbeitet; sie dienen als Ansatzpunkt, um Bewertungsflexibilität, Erwartungsmanagement und Selbstregulation zu stärken. Ziel ist es, die Passung zwischen Annahmen, Anforderungen und Ressourcen zu verbessern—ohne therapeutische Interventionen.