Stress – Schlaf – Schmerzen – Stoffwechsel – Sport – Sozialität – Sucht – Selbst

Gesundheitspsychologie

Gesundheitspsychologie ist ein Teilgebiet der Psychologie, das untersucht, wie psychische Prozesse, Verhalten und soziale Kontexte Gesundheit, Krankheit, Prävention und Erholung beeinflussen. Sie basiert auf dem biopsychosozialen Modell, dem zufolge Gesundheit nicht allein biologisch erklärbar ist, sondern aus dem Zusammenspiel von körperlichen Funktionen, individuellen Bewertungen und sozialen Bedingungen entsteht. Zentrale Fragestellungen betreffen u. a. Stressentstehung und -verarbeitung, gesundheitsrelevante Entscheidungen, Verhaltensänderung, Adhärenz, Prävention und die Förderung von Ressourcen.

Empirisch stützt sich die Gesundheitspsychologie auf robuste Befunde zu Stressphysiologie (HPA-Achse, autonomes Nervensystem), Emotions- und Selbstregulation, Motivation (z. B. Selbstwirksamkeit), Aufmerksamkeits- und Bewertungsprozessen sowie Kontext- und Erwartungseffekten. Sie zeigt, wie Faktoren wie Schlaf, Bewegung, Ernährung, soziale Unterstützung, Arbeitsbedingungen und Routinen mit Wohlbefinden, Leistungsfähigkeit und Erholungsfähigkeit zusammenhängen. Dabei werden sowohl akute Effekte (z. B. Stressreaktivität) als auch langfristige Muster (z. B. chronische Belastung) betrachtet.

Methodisch nutzt die Gesundheitspsychologie Beobachtungs-, Experimental- und Interventionsforschung, um Mechanismen zu identifizieren, die gesundheitsrelevantes Verhalten stabilisieren oder erschweren. Wichtig ist die klare Abgrenzung: Gesundheitspsychologie ist keine Therapie an sich. Sie liefert theoretische Modelle und evidenzbasierte Prinzipien, die in Prävention, Gesundheitsförderung, Arbeits- und Leistungskontexten sowie im Gesundheitscoaching angewendet werden können—ohne Diagnostik oder Behandlung zu ersetzen.