Gesundheitscoaching ist ein nicht-therapeutischer, ressourcenorientierter Begleitansatz, der Menschen dabei unterstützt, gesundheitsrelevante Verhaltensweisen, Selbstregulation und Belastungsmanagement im Alltag nachhaltig zu gestalten. Es stützt sich auf etablierte Erkenntnisse der Gesundheitspsychologie, Verhaltensforschung, Stressphysiologie und Motivationspsychologie (u. a. Selbstwirksamkeit, Zielklarheit, Kontextgestaltung). Ziel ist nicht die Behandlung von Krankheiten, sondern die Förderung von Handlungsfähigkeit, Prävention und gesundheitsbezogener Kompetenz.
Im Mittelpunkt stehen Mechanismen und Zusammenhänge: Wie beeinflussen Stress, Schlaf, Bewegung, Ernährung, soziale Faktoren und Arbeitsbedingungen das Wohlbefinden? Wie wirken Erwartungen, Bewertungen und Routinen auf Entscheidungen? Gesundheitscoaching arbeitet mit Reflexion, Strukturierung und Umsetzungsunterstützung (z. B. Prioritäten, Routinen, Erholungsfenster), ohne Diagnosen zu stellen oder therapeutische Interventionen durchzuführen. Die Abgrenzung zur Medizin und Psychotherapie ist zentral und explizit.
Psychologisch fokussiert Gesundheitscoaching auf Verhaltensänderung (z. B. Konsistenz zwischen Zielen und Alltag), Emotions- und Stressregulation, Motivationsklärung und Kontext- und Erwartungsmanagement. Stressphysiologisch werden Arousal-Dynamiken, Erholungsfähigkeit und autonome Balance berücksichtigt—nicht zur Behandlung, sondern zur verständnisbasierten Selbstführung. Evidenz zeigt, dass klar definierte Ziele, realistische Erwartungen, soziale Unterstützung und Feedback die Wahrscheinlichkeit nachhaltiger Veränderungen erhöhen.
Im Coaching-Kontext ist Gesundheitscoaching besonders relevant für Prävention, Arbeits- und Leistungskontexte, Lebensstilthemen und Übergangsphasen. Es ergänzt medizinische Versorgung, ersetzt sie jedoch nicht.

