Frustration bezeichnet in der Psychologie einen emotionalen Zustand, der entsteht, wenn eine zielgerichtete Handlung, ein Bedürfnis oder eine erwartete Belohnung blockiert, verzögert oder unerreichbar wird. Sie gehört zu den zentralen emotional-motivationalen Reaktionen des Menschen und ist eng verknüpft mit Prozessen der Motivation, Impulskontrolle, Stressphysiologie und kognitiven Bewertungssystemen. Frustration tritt auf, wenn eine Diskrepanz zwischen Soll (Ziel, Erwartung) und Ist (Ergebnis, Realität) entsteht und vom Nervensystem als relevante Bedrohung für Handlungserfolg, Autonomie oder soziale Zugehörigkeit interpretiert wird. Diese Reaktion aktiviert sowohl emotionale Netzwerke (u. a. Amygdala, Insula), als auch stressphysiologische Systeme (z. B. sympathische Aktivierung), wodurch Impulsverhalten, Ärger, Rückzug oder verstärkte Kontrollversuche ausgelöst werden können.
Aus motivationspsychologischer Sicht signalisiert Frustration, dass ein Handlungsplan nicht funktioniert und Anpassung, Neubewertung oder alternative Strategien nötig sind. Gleichzeitig kann chronische oder wiederholte Frustration zu erhöhtem Stress, Erschöpfung, Leistungsabfall, Resignation oder aggressiven Impulsen führen. Forschung zeigt, dass die individuelle Frustrationstoleranz stark durch frühere Erfahrungen, Stressniveau, Selbstwirksamkeit, kognitive Flexibilität und emotionale Regulationsfähigkeiten beeinflusst wird. Im Coaching-Kontext dient Frustration nicht als Diagnose, sondern als Hinweis auf Belastungsgrenzen, Zielkonflikte, dysfunktionale Muster oder mangelnde Passung zwischen inneren Bedürfnissen und äußeren Anforderungen.

