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Fremdbestimmung

Fremdbestimmung bezeichnet in der Psychologie, Motivationsforschung und Sozialwissenschaft die Erfahrung, dass Verhalten, Entscheidungen oder Lebensumstände überwiegend durch äußere Vorgaben, Erwartungen oder Druckfaktoren gesteuert werden – und nicht durch eigene Werte, Bedürfnisse oder autonome Ziele. Das Konzept ist zentral in der Selbstbestimmungstheorie (Self-Determination Theory, SDT), die zeigt, dass Fremdbestimmung die Grundbedürfnisse nach Autonomie, Kompetenz und Verbundenheit unterminiert und damit Stressreaktionen, Leistungsdruck sowie emotionale Dysregulation verstärken kann. Auf neurophysiologischer Ebene führt Fremdbestimmung häufig zu erhöhter Stressaktivierung, reduzierter kognitiver Flexibilität und höherer Fehlerfokussierung, weil das Verhalten stärker durch externe Kontrolle als durch intrinsische Motivation reguliert wird. In Arbeits-, Leistungs- und Beziehungskontexten äußert sich Fremdbestimmung besonders dann, wenn Personen das Gefühl entwickeln, „funktionieren zu müssen“, ohne Einfluss auf Ziele, Tempo oder Prioritäten zu haben. Coaching arbeitet streng nicht-therapeutisch, aber evidenzbasiert damit, Fremd- und Selbstanteile klarer zu erkennen, Bewertungsschemata zu sortieren und die Selbstwirksamkeit im eigenen Handlungsspielraum wieder zugänglich zu machen.