Stress – Schlaf – Schmerzen – Stoffwechsel – Sport – Sozialität – Sucht – Selbst

Essstörungen

Essstörungen sind in der klinischen Psychologie und Medizin klar definierte Störungsbilder, die durch anhaltende, gesundheitlich relevante Beeinträchtigungen des Essverhaltens, der Nahrungsaufnahme oder der Körperbewertung gekennzeichnet sind. Zu den etablierten Diagnosen gehören u. a. Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, Binge-Eating-Störung und ARFID (Avoidant/Restrictive Food Intake Disorder). Sie zeichnen sich durch mehrdimensionale Ursachen aus, die biologische, psychologische und soziale Faktoren umfassen.

Zu den biologischen Faktoren zählen u. a. genetische Vulnerabilitäten, Veränderungen im Belohnungssystem (Dopamin), Serotoninregulation, Hunger-Sättigungs-Signale, HPA-Achse und neurobiologische Muster von Impulskontrolle und Stressverarbeitung. Psychologisch zeigen sich typische Merkmale wie Perfektionismus, Kontrollorientierung, emotionale Dysregulation, Körperbildstörungen, erhöhte Stressreaktivität und rigide Bewertungsmuster. Sozial beeinflussen u. a. Beziehungserfahrungen, familiäre Dynamiken, Rollenbilder, Leistungsdruck und kulturelle Körpernormen das Risiko.

Wesentlich ist:
Essstörungen sind keine „schlechten Gewohnheiten“, sondern komplexe biopsychosoziale Störungsbilder mit deutlichen gesundheitlichen Risiken. Coaching arbeitet deshalb nicht an der Störung selbst, sondern kann lediglich im Rahmen der Selbstregulation folgende Bereiche stärken:

  • Umgang mit Stress, Druck und emotionalen Auslösern
  • Aufbau von Körperwahrnehmung (nicht therapeutisch)
  • Förderung von Selbstregulation, Selbstfürsorge und Ressourcen
  • Reflexion stressbedingter Entscheidungs- und Bewertungsmuster

Eine therapeutische Behandlung gehört ausschließlich in fachqualifizierte Hände (Psychotherapie, Psychiatrie, Ernährungsmedizin). Coaching kann lediglich ergänzend, orientierend und nicht-behandelnd agieren.