Ernährung umfasst die Aufnahme, Verarbeitung und Verwertung von Nährstoffen, die essenziell für Energieproduktion, Zellfunktion, hormonelle Regulation und neurobiologische Prozesse sind. Aus physiologischer Perspektive steuert Ernährung den Stoffwechsel, moduliert Blutzuckerregulation, beeinflusst das Darmmikrobiom und liefert Substrate für Neurotransmitter wie Serotonin, Dopamin oder GABA. In der Stressforschung gilt Ernährung als einer der zentralen Einflussfaktoren auf Stressreaktivität, Regenerationsfähigkeit und kognitive Leistungsfähigkeit: Schwankungen im Blutzucker, unausgewogene Makronährstoffverteilung oder ungünstige Essmuster erhöhen die Ausschüttung von Stresshormonen (z. B. Cortisol), verstärken emotionale Reaktivität und beeinträchtigen Entscheidungsverhalten. Psychologisch wirkt Ernährung als Teil des Gesundheits- und Selbstregulationsverhaltens, eng verknüpft mit Gewohnheiten, Emotionen, Belohnungssystem und sozialem Kontext.
Aus biopsychosozialer Sicht ist Ernährung kein isolierter Faktor, sondern ein dynamisches Zusammenspiel aus physiologischen Bedürfnissen, emotionalen Triggern, sozialen Strukturen und kognitiven Bewertungsmustern. Wissenschaftlich gesichert ist, dass eine stabile, bedarfsorientierte Ernährungsweise Stressbelastung reduziert, Schlafqualität verbessert, Impulskontrolle stärkt und langfristig das Risiko stressassoziierter Stoffwechselprobleme senkt.

