Stress – Schlaf – Schmerzen – Stoffwechsel – Sport – Sozialität – Sucht – Selbst

Erlauber (Antreiber & Glaubenssätze)

Erlauber sind kognitive Selbstinstruktionen, die als korrigierende Gegengewichte zu inneren Antreibern wirken. In der Transaktionsanalyse (TA) und in modern adaptierten, nicht-klinischen Coachingkonzepten beschreibt der Begriff solche Gedanken, Bewertungen und inneren Formulierungen, die psychische Flexibilität, Selbstregulation und realistische Selbstführung unterstützen. Während Antreiber („Sei perfekt“, „Sei stark“, „Mach es allen recht“, „Streng dich an“, „Beeil dich“) typischerweise mit erhöhtem Stress, Aktivierung und rigider Selbstbewertung einhergehen, stellen Erlauber funktionale, realitätsnahe Alternativen dar, die Handlungs- und Bewertungsprozesse entlasten.

Psychologisch betrachtet wirken Erlauber als umstrukturierende kognitive Schemata: Sie reduzieren dysfunktionale Bewertungsmuster, verbessern die Selbstwirksamkeitswahrnehmung und ermöglichen adaptivere Entscheidungen unter Belastung. Neuropsychologisch betrachtet fördern sie einen aktiven Zugriff präfrontaler Kontrollnetzwerke, indem sie rigide, stressverstärkende Automatismen durch kontextangemessene Selbstinstruktionen ersetzen. Erlauber wirken damit regulierend auf Aufmerksamkeitsprozesse, Emotionsmodulation und Impulskontrolle.

In der Coachingpraxis (klar abgegrenzt von Therapie) dienen Erlauber dazu, Selbstreflexion, Selbstklärung und Stressregulation zu fördern. Sie ersetzen keine tiefenpsychologische Arbeit, sondern unterstützen Menschen dabei, starre Leistungs- oder Anpassungsschemata zu erkennen und auf funktionale Selbstführung auszurichten. Typische Beispiele sind: „Ich darf Fehler machen“, „Ich darf mir Zeit nehmen“, „Ich darf Bedürfnisse ernst nehmen“, „Ich darf Pausen einlegen“, „Ich darf klar kommunizieren“. Diese Formulierungen wirken nicht als Suggestion, sondern als Regulationsanker, die Bewertungsspielräume öffnen und langfristige Belastungsstabilität unterstützen.