Die Erkenntnisphase beschreibt einen zentralen Abschnitt in selbstreflexiven, verhaltensorientierten oder motivationspsychologischen Entwicklungsprozessen, in dem Menschen beginnen, eigene Muster, Bewertungen, Stressreaktionen und Handlungstendenzen bewusst zu verstehen. Psychologisch betrachtet handelt es sich um eine Phase erhöhter metakognitiver Aktivität, in der Wahrnehmung, Interpretation und Einordnung innerer und äußerer Signale neu strukturiert werden. Neurowissenschaftlich ist diese Phase eng verknüpft mit dem gesteigerten Einsatz präfrontaler Netzwerke, die für Selbstbeobachtung, kognitive Kontrolle, Fehleranalyse und Perspektivwechsel zuständig sind. In der Stressforschung gilt die Erkenntnisphase als Startpunkt für nachhaltige Veränderung, weil sie dysfunktionale Automatikreaktionen identifizierbar macht und den Zugang zu regulativer Selbstführung öffnet.
In nicht-therapeutischen Coachingprozessen dient die Erkenntnisphase dazu, Verhaltenszusammenhänge, Stressmechanismen, Motivationsstrukturen und Werte-Konflikte sichtbar zu machen, ohne klinische Diagnostik zu implizieren. Sie bildet die Grundlage dafür, zwischen Auslösern, Reaktionen und Konsequenzen zu unterscheiden, Ambivalenzen zu erkennen und individuelle Ressourcen bewusster zu nutzen. Die Erkenntnisphase ist damit keine Lösungsebene, sondern ein wissenschaftlich gut belegter Zwischenschritt, der kognitive Klarheit, Selbstreflexion und Handlungsfähigkeit stärkt.

