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Erholungsfähigkeit

Entspannungsfähigkeit bezeichnet die psychophysiologische Kompetenz, aktiv von einem erhöhten Aktivierungs- und Stresszustand in einen regenerativen Zustand überzugehen. Wissenschaftlich basiert sie auf der Fähigkeit des Organismus, parasympathische Aktivierung (vagale Regulation) zu erhöhen und sympathische Erregung zu reduzieren. Dies umfasst Prozesse wie reduzierte Herzfrequenz, gesteigerte Herzratenvariabilität (HRV), geringeren Muskeltonus, ruhigere Atemmuster und eine veränderte Aktivität stressrelevanter Systeme (HPA-Achse, Amygdala-Reaktivität).

Aus psychologischer Perspektive ist Entspannungsfähigkeit eng verbunden mit Emotionsregulation, Aufmerksamkeitssteuerung, Bewertungsflexibilität und der Fähigkeit, innere Signale wie Anspannung, Atemrhythmen oder emotionale Aktivierung differenziert wahrzunehmen (Interozeption). Menschen mit gut entwickelter Entspannungsfähigkeit können Stresssignale früher erkennen, zielführender regulieren und vermeiden dadurch dysfunktionale Kompensationen oder stressinduzierte Reaktivitätsmuster.

Entspannungsfähigkeit umfasst sowohl körperbasierte Prozesse (Atmung, Muskelentspannung, Haltungsveränderung, Bewegungsrhythmik) als auch kognitive und emotionale Faktoren wie Selbstmitgefühl, Stressbewertung, Erwartungen oder mentale Übererregung. Sie ist entscheidend für Erholung, Schlafqualität, Belastungsverarbeitung, Leistungsfähigkeit und langfristige Gesundheitsstabilität.

Im Coaching-Kontext wird Entspannungsfähigkeit nicht therapeutisch behandelt, sondern im Rahmen wissenschaftlich fundierter Selbstregulation, Stressverarbeitung, Achtsamkeit und autonomer Regulation reflektiert. Der Fokus liegt darauf, Zusammenhänge zu verstehen, Muster zu erkennen und Ressourcen aufzubauen, ohne medizinisch-therapeutische Interventionen vorzunehmen.