Emotional-motivationale Reaktivitätsmuster beschreiben stabile, teilweise biologisch mitgeprägte Tendenzen, wie eine Person auf innere und äußere Reize emotional und motivatorisch reagiert. Diese Muster entstehen aus dem Zusammenspiel von Temperament, Lernerfahrungen, Stressphysiologie, Verhaltenstraditionen und sozialen Kontextfaktoren. Neurowissenschaftlich lassen sie sich über Aktivitätsprofile in limbischen Systemen (z. B. Amygdala, ventrales Striatum), präfrontalen Kontrollarealen sowie vegetativen Reaktionen (Sympathikus/Parasympathikus) erklären. Emotional-motivationale Muster beeinflussen, wie schnell und intensiv jemand auf Herausforderungen, Chancen, soziale Signale oder Bedrohungen reagiert — etwa durch Annäherung, Vermeidung, Leistungsfokus, Schutzstrategien, Rückzug oder Überanpassung. Sie bestimmen maßgeblich Stressverarbeitung, Entscheidungsverhalten, Belastungsstabilität und Selbstregulation. Im Coaching sind sie relevant, weil sie verdeutlichen, welche Reaktionswege automatisiert ablaufen, welche motivationalen Antreiber dominieren und wie Personen unter Druck oder Unsicherheit typischerweise handeln. Dabei geht es nicht um Diagnosen oder Störungsbilder, sondern um funktionale Muster, die durch Reflexion, Kontextanpassung und bewusste Regulation flexibler gestaltet werden können.

