Stress – Schlaf – Schmerzen – Stoffwechsel – Sport – Sozialität – Sucht – Selbst

Dysfunktionale Verhaltensmuster

Dysfunktionale Verhaltensmuster sind wiederkehrende, erlernte Handlungsweisen, die in bestimmten Kontexten kurzfristig entlastend wirken können, langfristig jedoch die Selbstregulation, Belastungsverarbeitung oder soziale Interaktion beeinträchtigen. Psychologisch betrachtet entstehen sie durch eine Kombination aus konditionierten Reaktionen, erwartungsgeleiteten Bewertungen, emotionsregulativen Strategien und wiederholten Stressreaktionen, die sich im neuronalen System verfestigen. Neurobiologisch spiegeln sie stabile Aktivierungsroutinen wider, bei denen limbische Prozesse (z. B. Amygdala-Reaktivität), autonome Stressantworten oder motorische Gewohnheiten dominieren, während präfrontale Kontrollnetzwerke weniger flexibel zugreifen können. Dysfunktionale Muster umfassen u. a. Vermeidung, Überkontrolle, Rückzug, Impulsivität, übermäßige Anpassung, Perfektionismus oder kompensatorische Strategien (z. B. Stressessen, übermäßiges Arbeiten). Sie entstehen nicht willkürlich, sondern als funktionale Reaktion auf Belastungssituationen, die im Laufe der Zeit ihre situative Angemessenheit verlieren. Im Coaching lassen sie sich nicht therapeutisch auflösen, aber reflektieren, kontextualisieren und hinsichtlich ihrer Funktion, Auslöser und Konsequenzen wissenschaftlich einordnen, um Selbstregulation und Handlungsflexibilität zu stärken.