Dispositionstraining im Sinne psychologischer Persönlichkeitsdispositionen beschreibt die systematische Auseinandersetzung mit individuellen Grundtendenzen, die Wahrnehmung, Denken, Fühlen und Verhalten prägen. Diese Dispositionen umfassen biologische Temperamentsmerkmale (z. B. Sensitivität für Stressoren, Erregbarkeit, Impulsivität), kognitive Muster (z. B. Kontrollüberzeugungen, Aufmerksamkeitsstile), affektive Reaktionsprofile sowie verhaltensnahe Handlungstendenzen. Forschung zeigt, dass solche relativ stabilen Dispositionen maßgeblich beeinflussen, wie Menschen Stress verarbeiten, Selbstregulation ausführen, Ziele verfolgen und soziale Situationen bewerten.
Dispositionstraining verfolgt hierbei keinen therapeutischen Ansatz, sondern dient der reflektierten Selbstführung: Individuen lernen, ihre reaktiven Muster, Auslöser, Verstärker und Erholungsdynamiken präziser einzuordnen. In der Coaching-Praxis wird dies genutzt, um belastungsstabile Verhaltensroutinen, passende Regulationsstrategien, realistische Zielsetzungen und adaptive Fokussteuerung zu fördern. Die ergänzende Diskrepanzarbeit bezieht sich auf das Erkennen von Abweichungen zwischen aktuellen Reaktionen und gewünschten Verhaltensweisen, wodurch Handlungsspielräume sichtbar werden.

