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Diskrepanzarbeit & Expositionstraining

Diskrepanzarbeit bezeichnet den psychologischen Prozess, bei dem eine Person die Lücke zwischen ihrem aktuellen Verhalten, ihren automatischen Mustern oder ihren emotionalen Reaktionen und ihren langfristigen Werten, Zielen oder Selbstkonzepten bewusst wahrnimmt und reflektiert. Dieser Ansatz gilt als zentraler Bestandteil evidenzbasierter Veränderungsmodelle in der Motivations-, Emotions- und Verhaltenspsychologie. Durch das Sichtbarmachen der Diskrepanz zwischen „Ist“ und „Soll“ entsteht ein kognitiver und motivationaler Impuls, der Selbstregulation, Zielbindung und Verhaltensänderung erleichtern kann — ohne äußeren Druck oder moralische Bewertung.

Expositionstraining beschreibt im wissenschaftlichen Kontext die systematische Annäherung an innere oder äußere Reize, die zuvor als bedrohlich oder belastend erlebt wurden. In Coaching-Kontexten wird dieser Ansatz nicht therapeutisch verwendet, sondern adaptiv angewandt, um Menschen zu unterstützen, sich schrittweise mit fordernden Situationen auseinanderzusetzen, die für berufliche Kommunikation, Führung, soziale Präsenz, Leistungsdruck oder Entscheidungsanforderungen relevant sind. Exposition ermöglicht neurologisch eine Neubewertung (Reevaluation) der Reizsituation, reduziert übermäßige Stressreaktionen und stärkt Selbstwirksamkeit sowie Handlungssicherheit.

Die Kombination beider Ansätze nutzt die Erkenntnis, dass Veränderung entsteht, wenn Menschen erstens verstehen, warum sie ein Verhalten ändern möchten (Diskrepanzarbeit) und zweitens erleben, dass sie es können (Exposition). Diskrepanz schafft Motivation, Exposition schafft Kompetenz — gemeinsam fördern sie selbstregulative Stabilität und nachhaltige Entwicklung.