Die Darmmikrobiota bezeichnet die Gesamtheit aller Mikroorganismen, die den menschlichen Darm besiedeln – darunter Bakterien, Archaeen, Pilze, Viren und Protozoen. Diese mikrobiellen Gemeinschaften erfüllen zentrale Funktionen für Verdauung, Immunfunktion, neuroendokrine Regulation und Stoffwechselprozesse. Moderne Forschung zeigt, dass die Mikrobiota über Stoffwechselprodukte (z. B. kurzkettige Fettsäuren), Immunmodulation und neuronale Signalwege der Darm–Hirn-Achse in enger Wechselwirkung mit Stresssystem, Stimmung, Erholung, Schlaf und kognitiver Leistungsfähigkeit steht. Veränderungen der mikrobiellen Diversität können mit metabolischen Mustern, Stresssensitivität und inflammatorischen Prozessen zusammentreten, ohne dass daraus automatisch klinische Diagnosen abzuleiten wären. Die Darmmikrobiota gilt daher als ein zentraler Faktor im integrativen Verständnis von Stoffwechsel, Stressphysiologie, emotionaler Regulation und Selbstregulation.

