Stress – Schlaf – Schmerzen – Stoffwechsel – Sport – Sozialität – Sucht – Selbst

Coachingtext-Analyse

Coachingtext-Analyse bezeichnet die systematische, wissenschaftlich informierte Auswertung schriftlicher Texte, die im Coaching-Kontext entstehen – etwa Reflexionsnotizen, Zielbeschreibungen, Selbstbeobachtungen oder Übungsprotokolle. Dabei werden sprachliche Muster, Bewertungslogiken, emotionale Signale, Aufmerksamkeitsfokusse und kognitive Verzerrungen identifiziert, die Aufschluss über Selbstregulation, Stressverarbeitung, innere Antreiber, Motivationsstrukturen oder Rollenverständnisse geben. Grundlage sind etablierte Modelle aus der Kognitionspsychologie, Gesundheitspsychologie, Emotionsforschung, Linguistik, Motivationspsychologie, Selbstregulationsforschung und – sofern sinnvoll – der Arbeits- und Organisationspsychologie.

Coachingtext-Analyse dient nicht der Diagnose oder Therapie, sondern der strukturierenden Reflexion: Sie macht sichtbar, welche psychologischen Mechanismen die Person im Alltag nutzt, welche Bewertungsmuster Stress verstärken, wie Ziele kognitiv repräsentiert sind oder ob Selbstwahrnehmung und Handlungsklarheit übereinstimmen. Zusätzlich erlaubt sie Rückschlüsse auf Erregungszustände, Regulationsstrategien, innere Konflikte, Ambivalenzen und Belastungsschemata, ohne diese klinisch einzuordnen.

Durch die Analyse sprachlicher Indikatoren – etwa Modusgebrauch, Absolutheitsformeln, Defizitorientierung, Kontrollsprache, Sicherheits- vs. Explorationsfokus, Selbstzuschreibungen, Bewertungsmarker oder Metaphern – wird sichtbar, wie eine Person ihre Realität konstruiert und welche Selbstführungsprozesse im Vordergrund stehen. In Verbindung mit neuropsychologischen Erkenntnissen (z. B. Zusammenhang zwischen Stress, Arousal und kognitiver Engführung) kann die Coachingtext-Analyse wertvolle Hinweise auf die Qualität von Selbstregulation, Fokussierung, Selbstmitgefühl, Handlungsenergie und Wahrnehmungsflexibilität liefern.

Im Coaching entsteht daraus ein klarer Orientierungsrahmen: Welche Muster sind funktional? Welche sind stressverschärfend? Welche Alternativen wären selbstkongruenter? Ziel ist nicht Interpretation „von außen“, sondern gesteigerte Selbstreflexionsfähigkeit und präzisere Selbstführung der Klient*innen.