Coaching nach Differenzieller Psychologie bezeichnet einen wissenschaftlich fundierten Ansatz, der individuelle Unterschiede in Persönlichkeit, motivationalen Dispositionen, Selbstregulation, Stressreaktivität, Informationsverarbeitung und Verhaltenspräferenzen systematisch berücksichtigt. Die Differentielle Psychologie untersucht, warum Menschen in vergleichbaren Situationen unterschiedlich wahrnehmen, entscheiden, fühlen und handeln – und liefert damit eine robuste Datenbasis für maßgeschneiderte Coachingprozesse. Relevante Dimensionen umfassen u. a. Persönlichkeitsmerkmale (Big Five), Motivationssysteme, Selbstwirksamkeitsüberzeugungen, emotional-motivationale Reaktivitätsmuster, Impulskontrolle, Stresssensitivität, kognitive Stile, Selbstkonzeptstruktur und soziale Orientierung.
Im Coaching ermöglicht dieser Ansatz eine präzise Einordnung, wie individuelle Dispositionen auf Arbeitsverhalten, Stressverarbeitung, Entscheidungsprozesse, Führungsverhalten, soziale Interaktion und Selbstregulation wirken. Zentrale Forschungsbefunde zeigen, dass Persönlichkeitsmerkmale zwar relativ stabil, aber veränderbar in ihren Ausdrücken sind, wenn Umgebungsbedingungen, Routinen und Selbstführungsstrategien angepasst werden. Coaching nach Differenzieller Psychologie setzt daher nicht auf „one-size-fits-all“-Interventionen, sondern auf kontextbezogene, personenspezifische Entwicklungslogiken, die wissenschaftlich nachvollziehbar begründet sind.
Dieser Ansatz unterstützt Klient*innen dabei, eigene Muster zu verstehen, realistische Entwicklungsfelder zu erkennen und ihr Verhalten konsistent mit ihren Dispositionen und Zielen auszurichten. Gleichzeitig wahrt er eine klare Abgrenzung zu Therapie: Es werden keine Störungen diagnostiziert oder behandelt, sondern funktionale Selbststeuerung, Rollenpassung und persönliche Wirksamkeit gefördert.

