Coaching nach arbeits- und organisationspsychologischen Grundsätzen bezeichnet ein professionelles Vorgehen, das auf empirischen Modellen menschlichen Erlebens und Verhaltens in Arbeits-, Team- und Führungskontexten basiert. Es verbindet Wissen aus Motivationspsychologie, Stressforschung, Rollen- und Führungsdynamik, Entscheidungspsychologie, Teamprozessen sowie arbeitsbezogener Beanspruchungs- und Ressourcenforschung. Ziel ist die Förderung von Selbstregulation, Handlungskompetenz und professioneller Rollenklarheit – ohne Diagnostik oder Therapie. Der Ansatz fokussiert auf funktionale Verhaltensmuster, Kontextbedingungen, Belastungsfaktoren und organisationale Rahmenbedingungen, die individuelle Leistungsfähigkeit, Gesundheit und Kommunikation beeinflussen. Grundlage bilden validierte Modelle wie das Job-Demands-Resources-Modell, Selbstbestimmungstheorie, Zielsetzungstheorie, Decision-Making-Research, Stress-Recovery-Zyklen und Erkenntnisse aus Führungsforschung und organisationalem Lernen.
Coaching in diesem Ansatz arbeitet ressourcenorientiert und unterstützt Klient*innen dabei, komplexe Arbeitsanforderungen, Rollenvielfalt, zwischenmenschliche Dynamiken und Leistungsdruck einzuordnen. Im Mittelpunkt stehen Reflexion von Handlungsoptionen, Arbeitsplatzgestaltung, Priorisierung, Entscheidungslogik, Kommunikationsverhalten und Kooperation. Ein wesentliches Merkmal ist, dass das Verhalten nie isoliert, sondern in Interaktion mit organisationaler Struktur, Teamkultur, Prozessen und sozialen Erwartungen betrachtet wird. Dadurch entsteht ein wissenschaftlich fundierter Rahmen, der identifiziert, welche Faktoren Leistung ermöglichen und welche Stress, Dysregulation oder Konflikte verstärken.
Arbeits- und organisationspsychologisches Coaching fördert außerdem die Fähigkeit, Arbeitsressourcen gezielt zu nutzen, persönliche Stärken wirksam einzusetzen und nachhaltige Strategien im Umgang mit Belastungen aufzubauen. Es unterstützt bei der Entwicklung professioneller Rollenidentität, der Verbesserung von Leadership-Skills, konstruktiver Teamkommunikation und der Gestaltung gesunder Leistungsroutinen. Dabei bleibt der Ansatz konsequent nicht-klinisch: Er bearbeitet keine psychischen Störungen, sondern fokussiert auf Verhalten, Strukturen, Prozesse und Selbstregulationskompetenzen im Beruf.

