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Chronische Arbeitsüberlastung

Chronische Arbeitsüberlastung bezeichnet einen langfristig anhaltenden Zustand, bei dem berufliche Anforderungen dauerhaft die verfügbaren psychischen, körperlichen und kognitiven Ressourcen einer Person übersteigen. In der Arbeits-, Gesundheits- und Stressforschung wird chronische Überlastung als Ergebnis eines persistierenden Missverhältnisses zwischen Belastung und Beanspruchbarkeit beschrieben. Sie entsteht nicht durch einzelne Stressphasen, sondern durch eine dauerhafte Aktivierung des Stresssystems (HPA-Achse, sympathisches Nervensystem), reduzierte Erholungsfenster, hohe Selbstansprüche, Rollenunklarheiten oder unzureichende strukturelle Rahmenbedingungen. Studien zeigen, dass chronische Überlastung die Stressreaktivität erhöht, exekutive Funktionen schwächt, Schlafqualität mindert, emotionale Irritabilität verstärkt und Entscheidungsprozesse verändert.

Auf körperlicher Ebene führt sie zu einer anhalten erhöhten Cortisol- und Adrenalinaktivität, muskulärer Daueranspannung, reduzierte Herzratenvariabilität (HRV) und einer geschwächten regenerativen Kapazität. Psychologisch zeigt sich chronische Überlastung häufig in Erschöpfung, Grübeltendenzen, reduzierter Selbstregulationsfähigkeit, sinkender emotionaler Stabilität und einer zunehmenden Diskrepanz zwischen eigener Leistungsfähigkeit und äußeren Anforderungen. In Organisationen gilt sie als Risikofaktor für Leistungsverlust, Kommunikationsprobleme, Fehleinschätzungen und soziale Konflikte. Chronische Überlastung ist daher ein zentraler Begriff in der Präventionsforschung, Stresspsychologie und modernen Arbeitswissenschaft.