Stress – Schlaf – Schmerzen – Stoffwechsel – Sport – Sozialität – Sucht – Selbst

Burnout-Risiken

Burnout-Risiken beschreiben die empirisch gut belegten individuellen, organisatorischen und sozialen Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit für eine ausgeprägte chronische Erschöpfungsreaktion erhöhen. In der Forschung wird Burnout vor allem als Ergebnis anhaltender arbeits- oder alltagsbezogener Belastungen verstanden, die längerfristig die Stresssysteme (HPA-Achse, autonomes Nervensystem) überlasten und gleichzeitig unzureichende Erholungs-, Kontroll- oder Einflussmöglichkeiten bieten. Zentrale Risikofaktoren umfassen

  • chronische Arbeitsüberlastung, hohe Aufgabenkomplexität und permanenter Zeitdruck,
  • mangelnde Autonomie und geringe Entscheidungsspielräume,
  • Rollenunklarheit, widersprüchliche Erwartungen, häufige Unterbrechungen,
  • niedrige soziale Unterstützung durch Führung oder Team,
  • Dysbalance zwischen Aufwand und Anerkennung („Effort-Reward-Imbalance“),
  • perfektionistische Persönlichkeitsmerkmale, überhöhte Ansprüche oder chronische Selbstkritik,
  • emotional anspruchsvolle Interaktionsarbeit (z. B. hohe Empathielast),
  • einschränkende Stressbewältigungsstrategien wie Überanpassung, Vermeidung oder dauerhafte Selbstausbeutung.

Physiologisch zeigen sich Burnout-Risiken besonders in einer dauerhaft erhöhten Stresssensitivität, gestörten Cortisolrhythmen, einer Reduktion der präfrontalen kognitiven Kontrollkapazität sowie einer erhöhten Vulnerabilität für Schlafprobleme, muskuläre Anspannung und Erschöpfung. Psychologisch wirken sie über Wert- und Rolleninkongruenzen, mangelnde Selbstwirksamkeitserfahrungen, anhaltende emotionale Überlastung und zunehmende Distanzierung von eigenen Bedürfnissen oder beruflichen Ressourcen.
Burnout-Risiken beschreiben damit keine Diagnose, sondern die wissenschaftlich gesicherten Belastungskonstellationen, die die Wahrscheinlichkeit für Erschöpfungsprozesse erhöhen – und in Coaching-Kontexten helfen, Arbeitsbedingungen, Selbstregulation, Rollenklarheit und Ressourcen praxisnah zu reflektieren, ohne therapeutische Interventionen vorzunehmen.