Burnout-Prävention umfasst alle wissenschaftlich begründbaren Maßnahmen, Prozesse und Rahmenbedingungen, die darauf abzielen, eine langfristige Überlastung des biopsychosozialen Systems zu verhindern. Burnout wird in der Forschung nicht als einzelne Krankheit, sondern als multifaktorieller Erschöpfungszustand beschrieben, der aus einer anhaltenden Dysbalance zwischen Anforderungen, Ressourcen, Erholungskapazität und Kontrollmöglichkeiten entsteht. Prävention setzt daher nicht bei Symptomen an, sondern bei den Mechanismen der Belastungsverarbeitung: Stressphysiologie, Schlafqualität, Selbstregulation, Arbeitsorganisation, emotional-kognitive Bewertungsprozesse, soziale Unterstützung und Sinn- bzw. Kohärenzerleben.
Zentrale Befunde aus Stressforschung, Arbeitspsychologie und Gesundheitswissenschaft zeigen, dass Burnout dort wahrscheinlicher wird, wo chronische Aktivierung (HPA-Achse, Sympathikus), mangelnde Erholungsfähigkeit, dauerhafte Rollenüberlastung, unklare Erwartungen oder Erosionsprozesse von Selbstwirksamkeit und Sinnhaftigkeit zusammentreffen. Prävention setzt deshalb auf Mechanismen wie Ressourcenaufbau, Bedürfnisregulation, Grenzsetzung, optimierte Erholungsrhythmen, Belastungsanalyse, Wert- und Zielklärung, sozialen Schutz und adaptive Bewältigungsstrategien—immer ohne therapeutischen Anspruch.
Burnout-Prävention wirkt über drei evidenzbasierte Ebenen:
- Physiologische Ebene: Regeneration, Schlaf, Stresszyklus-Unterbrechung, Aktivierungsmanagement, Bewegungsrhythmen
- Psychologische Ebene: Bewertungsmuster, Selbstwirksamkeit, Emotionsregulation, Rollen- und Erwartungsklarheit
- Soziale/organisationale Ebene: Arbeitsbedingungen, Autonomiegrad, Fairness, Beziehungsklima, soziale Sicherheit
Im Coaching-Kontext bezieht sich Burnout-Prävention auf strukturelle und selbstregulative Orientierung, nicht auf Diagnostik oder Therapie. Sie unterstützt dabei, Muster der Überlastung frühzeitig zu erkennen, Prioritäten realistisch auszurichten und gesundheitsförderliche Selbstführungsstrategien zu etablieren.

