Burnout bezeichnet einen belastungsinduzierten Erschöpfungszustand, der in wissenschaftlichen Modellen vor allem als arbeits- und belastungsbezogenes Beanspruchungssyndrom verstanden wird. In der Forschung – insbesondere in der Tradition von Maslach, Leiter, Schaufeli und dem Job-Demands-Resources-Modell (JD-R) – umfasst Burnout vor allem drei Kernmerkmale:
- Emotionale Erschöpfung (anhaltende psychische und körperliche Energieverarmung)
- Depersonalisierung bzw. Distanzierung (zunehmende innere Distanz zu Aufgaben, Rollen oder Menschen)
- Reduzierte Leistungsfähigkeit bzw. subjektive Ineffektivität
Burnout ist keine medizinische Diagnose, sondern ein multifaktorieller Belastungszustand, der aus chronischem Stress, hoher Arbeits- oder Anforderungsdichte, Rollenunklarheiten, sozialen Konflikten, fehlenden Ressourcen und dysfunktionaler Selbstregulation entstehen kann. Neurowissenschaftlich und physiologisch zeigten Studien, dass anhaltende Aktivierung der Stressachsen (HPA-Achse, sympathische Erregung) zu veränderten Mustern der Energieverfügbarkeit, Aufmerksamkeitssteuerung, Emotionsregulation und Motivationssysteme führen kann. Burnout ist damit das Ergebnis eines längeren Prozesses, bei dem Anforderungen chronisch die verfügbaren Ressourcen übersteigen und die Möglichkeit zur Erholung eingeschränkt ist.
Psychologisch betrachtet spielen Selbstbild, Rollenverständnis, Kontrollüberzeugungen, Werte, sowie soziale Erwartungen eine wesentliche Rolle. Ebenso relevant sind Schlafqualität, Stressregulation, sozialer Rückhalt und erlebte Sinnhaftigkeit. Burnout entsteht typischerweise nicht plötzlich, sondern entwickelt sich über cumulative Belastung, dysfunktionale Bewältigungsmuster und fehlende Regeneration.
Coaching kann — klar abgegrenzt vom therapeutischen Bereich — unterstützen, indem es Belastungsmuster, Rollenanforderungen, Ressourcen, Selbstregulation und Werteorientierung reflektiert. Es ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung, kann aber zur Stresskompetenz, Priorisierung, Selbstführung und Prävention von Überlastung beitragen.

