Binging bezeichnet eine wiederkehrende Episode von unkontrolliertem, impulsivem und meist übermäßigem Konsumverhalten, das als kurzfristige Stressregulation dient. Ursprünglich in der klinischen Psychologie im Kontext von Essanfällen (Binge Eating Episodes) definiert, wird der Begriff heute weiter gefasst und auch auf andere Formen dysregulierter Überkonsumtion angewandt: z. B. Serien-Binging, Social-Media-Binging, Gaming-Binging oder impulsiv gesteigerten Substanzkonsum.
Wissenschaftlich betrachtet entsteht Binging durch eine Kombination aus Stressphysiologie (Cortisol, Sympathikusaktivierung), Belohnungssystemen (Dopamin, Endogene Opioide) und verminderter präfrontaler Kontrolle. Unter hoher Belastung wird die Fähigkeit, Impulse zu hemmen, reduziert; gleichzeitig steigt die Motivation nach kurzfristiger Erleichterung oder Betäubung. Binging wirkt deshalb häufig unmittelbar entlastend, verstärkt aber langfristig Stress, Scham, Selbstkritik sowie physiologische Dysregulation.
Psychologisch ist Binging eng verknüpft mit:
- Stress- und Emotionsregulation
- Impulskontrolle und exekutiven Funktionen
- interozeptiver Vermeidung und Betäubungstendenzen
- Habitualisierung über dopaminerge Verstärkungsschleifen
- Bewertungsmustern wie Scham, Versagenserleben oder überhöhten Ansprüchen
- sozialen Kontexten (Überlastung, Reizüberflutung, Einsamkeit)
Wichtig: In einem Coaching-Kontext wird Binging nicht diagnostisch verwendet. Es beschreibt ein funktionales, aber dysreguliertes Stressbewältigungsmuster, das unter hoher Belastung auftreten kann. Coaching konzentriert sich auf Selbstregulation, Wahrnehmung, Stressreduktion, Kontextfaktoren und Verhaltenskompetenzen, nicht auf therapeutische Behandlung.

