Binaurale Beats sind ein akustisches Phänomen, das entsteht, wenn zwei leicht unterschiedliche Frequenzen jeweils getrennt auf das linke und rechte Ohr einwirken. Das Gehirn erzeugt daraus einen dritten, wahrgenommenen „Schwebeton“, dessen Frequenz der Differenz der beiden Eingangssignale entspricht. Neurowissenschaftlich wird dieses Phänomen als auditorischer Brainwave-Entrainment-Effekt untersucht: Bestimmte Frequenzbereiche können mit charakteristischen neuronalen Aktivitätsmustern (z. B. Alpha-, Theta- oder Delta-Rhythmen) korrelieren. Studien zeigen Hinweise darauf, dass binaurale Beats Aufmerksamkeit, Entspannungsfähigkeit, subjektive Stresswahrnehmung und emotionale Regulation beeinflussen können, allerdings sind die Effekte heterogen und abhängig von Setting, Erwartung, Dauer und individueller Sensitivität.
Physiologisch lässt sich die Wirkung auf der Ebene des Thalamus, des auditiven Kortex und der Hirnrhythmus-Synchronisation beschreiben. Einige Befunde deuten auf Veränderungen in der autonomen Regulation hin, etwa eine leichte Zunahme parasympathischer Aktivität oder eine reduzierte kortikale Erregung. Gleichzeitig betonen Metaanalysen, dass binaurale Beats kein therapeutisches Verfahren darstellen und ihre Wirkung eher unterstützende als determinierende Funktionen im Stressmanagement oder der Selbstregulation haben.
Im Coaching-Kontext können binaurale Beats als auditives Regulierungstool für Fokusarbeit, Entspannungsphasen oder Aufmerksamkeitsbündelung genutzt werden – allerdings immer mit transparenter Einordnung als ergänzender, nicht-klinischer Ansatz ohne Heilversprechen. Wissenschaftlich begründet bleiben sie eine potenziell hilfreiche, aber variabel wirksame Stimulationsform, die vor allem im Rahmen von Achtsamkeitsübungen, Erholungsroutinen oder mentaler Vorbereitung eingesetzt werden kann.

