Beziehungen bezeichnen die stabilen emotionalen, kognitiven und sozialen Verbindungen zwischen Menschen, die durch Interaktion, Kommunikation, Bindungserfahrungen und gegenseitige Erwartungsmuster geprägt sind. Aus psychologischer Perspektive basieren Beziehungen auf Bindungsprozessen, Bedürfnisregulation, sozialem Lernen und internalisierten Modellen von Nähe, Sicherheit und Autonomie. Neurowissenschaftlich spielen Belohnungssysteme (z. B. dopaminerge und opioiderge Bahnen), Stressnetzwerke (HPA-Achse, Amygdala, präfrontaler Kortex) und Systeme sozialer Kognition (Temporallappen, medialer präfrontaler Kortex) eine zentrale Rolle für Vertrauen, Empathie und Kooperation. Beziehungen beeinflussen nachweislich Stressregulation, emotionale Stabilität, körperliche Gesundheit und Leistungsfähigkeit, da soziale Sicherheit als einer der stärksten Prädiktoren für Resilienz gilt. Gleichzeitig können belastete oder konfliktgeprägte Beziehungen Stressreaktionen verstärken, Bewertungsmuster verengen und die Selbstregulation beeinträchtigen. In Coaching-Kontexten dienen Beziehungen als Spiegel für Kommunikationsmuster, Grenzen, Rollenverhalten und Selbstwirksamkeit, ohne therapeutische Aufarbeitung früher Bindungserfahrungen vorzunehmen.

