Stress – Schlaf – Schmerzen – Stoffwechsel – Sport – Sozialität – Sucht – Selbst

Autonomes Nervensystem

Das autonome Nervensystem (ANS) – auch vegetatives Nervensystem – steuert alle unwillkürlichen Körperprozesse, die für Erhaltung, Anpassung und Regulation des Organismus notwendig sind. Es umfasst zwei komplementäre Hauptzweige: den Sympathikus, der Aktivierung, Stressreaktionen und Energiebereitstellung vermittelt, und den Parasympathikus, der Erholung, Regeneration, Verdauung und Wiederherstellung unterstützt. Ergänzt wird das System durch das enterische Nervensystem, das als „Bauchhirn“ eine eigenständige Regulierung des Verdauungstrakts ermöglicht. Das ANS arbeitet eng mit endokrinen, immunologischen und neurokognitiven Systemen zusammen und beeinflusst Herzfrequenz, Atmung, Stoffwechsel, Hormonhaushalt, Schlaf, Entzündungsprozesse und emotionale Reaktivität.

In der Stressforschung ist das autonome Nervensystem zentral, da es die physiologischen Mechanismen von Fight-or-Flight, Freeze, Übererregung, Untererregung und Regenerationsfähigkeit beschreibt. Es reagiert sensibel auf psychologische Faktoren wie Bewertung, Aufmerksamkeit, soziale Sicherheit und emotionale Belastung. Ein ausgewogenes Zusammenspiel der beiden Hauptzweige ist die Grundlage von Stabilität, Belastbarkeit, Selbstregulation und Wohlbefinden. Dysbalancen – z. B. chronische Sympathikusdominanz oder eine eingeschränkte parasympathische Aktivierung – sind daher wichtige Marker für Stressfolgen, Erschöpfung, Schlafstörungen, Anspannungszustände und stressassoziierte Verhaltensmuster.