Arbeitsverhalten bezeichnet in der Arbeits-, Organisations- und Gesundheitspsychologie das beobachtbare, situationsbezogene Verhalten von Menschen im beruflichen Kontext. Es umfasst motorische, kognitive, emotionale und soziale Handlungen, die darauf abzielen, berufliche Aufgaben zu erfüllen, Rollenanforderungen zu bewältigen und Leistungsziele umzusetzen. Arbeitsverhalten wird durch eine Vielzahl wissenschaftlich gesicherter Faktoren beeinflusst — darunter Persönlichkeitsmerkmale, Stressniveau, Selbstregulation, Motivation, Aufmerksamkeit, Energiehaushalt, Arbeitsumgebung, soziale Dynamiken und organisationaler Kontext.
Forschung zeigt, dass Arbeitsverhalten stark von exekutiven Funktionen (z. B. Planung, Hemmung, kognitive Flexibilität), emotionaler Stabilität und physischer Erregung (Arousal) geprägt ist. Belastung, Schlafmangel oder chronischer Stress können Reaktionsgeschwindigkeit, Entscheidungsqualität und Sozialverhalten messbar verändern — beispielsweise durch erhöhte Fehlerneigung, Rückzug, Überkontrolle oder impulsives Handeln. Gleichzeitig stärken Ressourcen wie Selbstwirksamkeit, klare Zielorientierung, soziale Sicherheit und funktionale Routinen die Stabilität und Nachhaltigkeit des Arbeitsverhaltens.
Arbeitsverhalten unterscheidet sich klar von Arbeitsleistung: Leistung beschreibt das Ergebnis, Arbeitsverhalten den Weg dorthin. Verhaltensweisen wie Priorisieren, Kommunizieren, Regulieren oder Erholen werden deshalb zunehmend als zentrale Prädiktoren für gesundes, effektives Arbeiten verstanden. Moderne Coaching-Ansätze betrachten Arbeitsverhalten biopsychologisch — als Ergebnis des Zusammenspiels von neurokognitiven Systemen, motivationalen Prozessen, situativen Anforderungen und sozialem Kontext.

