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Affektive Stabilität

Affektive Stabilität bezeichnet die Fähigkeit des Nervensystems und der psychischen Selbstregulation, emotionale Zustände über Zeit hinweg konsistent, differenziert und angemessen an situative Anforderungen anzupassen. In der Persönlichkeitspsychologie wird sie als Gegenpol zu Neurotizismus beschrieben und ist eng mit emotionaler Robustheit, Stressregulation, Impulskontrolle und psychophysiologischer Belastbarkeit verbunden. Neurowissenschaftlich steht affektive Stabilität im Zusammenhang mit einer gut modulierbaren limbischen Aktivität (insbesondere Amygdala, Insula, anteriorer cingulärer Cortex) und einer starken top-down-Regulation durch präfrontale Netzwerke. Physiologisch wirkt sich affektive Stabilität auf Herzratenvariabilität, Cortisolrhythmen und sympathovagale Balance aus, was sie zu einem zentralen Faktor der Stressphysiologie macht. Personen mit hoher affektiver Stabilität verfügen über differenzierte Emotionswahrnehmung, geringere reaktive Übererregung, schnellere Rückkehr zu Ausgangsniveaus nach Belastung und bessere Selbstregulationsfähigkeit in sozialen, beruflichen und leistungsbezogenen Kontexten.