Die affektive Ebene beschreibt sämtliche emotionalen Grundprozesse des Menschen, die überwiegend automatisch, schnell und körperlich mitverankert ablaufen. Sie umfasst unmittelbare emotionale Reaktionen wie Freude, Angst, Scham, Wut oder Ekel und bildet damit die basale Schicht des emotionalen Erlebens, aus der später bewusste Gefühle, Bewertungen und Handlungen entstehen. Auf der affektiven Ebene arbeiten limbische Strukturen – insbesondere Amygdala, Insula, ventrales Striatum und Hypothalamus – eng mit dem autonomen Nervensystem und hormonellen Stresssystemen (HPA-Achse) zusammen. Diese Prozesse beeinflussen Wahrnehmung, Motivation, Aufmerksamkeit, Stressreaktivität und sozial-emotionale Verhaltensmuster unmittelbar. In der modernen Psychologie gilt die affektive Ebene als fundamentaler Mechanismus, der Selbstregulation, zwischenmenschliche Interaktionen, Entscheidungsverhalten und langfristiges Wohlbefinden mitprägt.

