Stress – Schlaf – Schmerzen – Stoffwechsel – Sport – Sozialität – Sucht – Selbst

Affekt

Affekt bezeichnet eine kurze, intensive und neurobiologisch verankerte emotionale Reaktion, die das gesamte psychophysiologische System erfasst und das Verhalten für einen begrenzten Zeitraum stark beeinflusst. In der wissenschaftlichen Psychologie umfasst Affekt schnelle Veränderungen in Gefühl, Körperaktivität, Aufmerksamkeit, Motivation und Handlungsimpulsen, die durch evolutionär alte Hirnstrukturen—insbesondere Amygdala, Hypothalamus und Hirnstamm—gesteuert werden. Affekte dienen dazu, den Organismus in Sekundenbruchteilen auf relevante Reize vorzubereiten, etwa Gefahr, Belohnung, soziale Signale oder Belastung. Physiologisch zeigen sich Affekte in messbaren Veränderungen des autonomen Nervensystems (Herzrate, Atmung, Muskeltonus, Hautleitfähigkeit) sowie hormonellen Reaktionen (v. a. Cortisol, Adrenalin, Noradrenalin). Affekte sind damit Grundbausteine emotionaler Erfahrung und zentrale Faktoren für Stressreaktionen, Entscheidungsverhalten, Selbstregulation und soziale Interaktion.

Affekte unterscheiden sich von länger anhaltenden Emotionen durch ihre kurze Dauer, ihre hohe Intensität und die dominante Rolle automatischer Reaktionsprogramme. Im Coaching-Kontext ist die wissenschaftlich fundierte Einordnung von Affekten relevant, um Stressmuster, Impulsverhalten, Erregungsniveau, Selbstregulationsprozesse und zwischenmenschliche Dynamiken angemessen zu verstehen – ohne therapeutische Deutung oder Intervention.